KoRind
Entwicklung von Konzepten und Aufbau eines Demonstrationsnetzwerkes für biologische Milch-Fleisch-Kooperationen im Spannungsfeld von Kreislaufwirtschaft, Naturschutz und Qualitätssicherung
Der Hintergrund:
Die artenreichen Wiesen und Weiden des Südschwarzwalds zählen zu den wertvollsten Kulturlandschaften Europas. Sie sind das Ergebnis einer über Jahrhunderte gewachsenen landwirtschaftlichen Nutzung und bieten heute zahlreichen Tier- und Pflanzenarten einen wichtigen Lebensraum. Gleichzeitig prägen sie das Landschaftsbild, tragen zur regionalen Attraktivität bei und leisten einen bedeutenden Beitrag zu Landwirtschaft und Naturschutz.
Der Erhalt dieser Offenlandflächen ist eng mit einer nachhaltigen Bewirtschaftung verbunden. Insbesondere die Beweidung mit Rindern trägt dazu bei, die Flächen offen zu halten und einer Verbuschung sowie der Wiederbewaldung entgegenzuwirken.
Das Problem
Die Bewirtschaftung der oft ertragsschwachen Standorte stellt die landwirtschaftlichen Betriebe vor erhebliche wirtschaftliche und organisatorische Herausforderungen. Das führt auch dazu, dass Flächen im Südschwarzwald vielfach unternutzt sind und die Verbuschung und Verwaldung voranschreitet. Eine standortangemessene Rinderhaltung sowie ein angepasstes Weidemanagement spielen eine zentrale Rolle, um die ökologischen, wirtschaftlichen und qualitativen Anforderungen gleichermaßen erfüllen zu können. Hierbei sind ein früher Weidebeginn und angepasste Tierbesätze zentral, wobei zum einen das Vergrasen der Flächen vermieden wird und zudem das Wachstumspotential der Rinder besser ausgeschöpft wird.
Für eine wirtschaftlich tragfähige Rinderhaltung sind zudem angemessene Erzeugerpreise, ausreichende Förderprämien und die gezielte Nutzung standortspezifischer Potenziale entscheidend. Kooperationen zwischen verschiedenen Betriebsformen bieten viele Vorteile und können dazu beitragen, stabile Wertschöpfungsketten für Kreuzungskälber aus der Biomilchviehhaltung aufzubauen, damit Bio-Kälber in der Region bleiben und zu einer nachhaltigen Flächennutzung sowie zu einer regionalen Bio-Rindfleischerzeugung beitragen können. Das sind die zentralen Bausteine für den Erhalt des ökologisch wertvollen Grünlands im Bergland.